Luftentfeuchter ohne Strom sondern mit einem Granulat sollen gegen die hohe Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen oder im Keller helfen. Die Hersteller werben mit einer effektiven Schimmelbekämpfung und einem Reduzieren der Luftfeuchte bis auf 50%.
Die Funktion ist ganz einfach: Das Granulat ist ein Salz, meistens reines Calciumchlorid, welches das Wasser in der Luft anzieht. Sobald das Salz zuviel Feuchtigkeit aufgenommen hat, tropft das überschüssige Wasser in den Auffangbehälter.
Da ich selbst eine Wohnung mit zu hoher Luftfeuchtigkeit habe, wollte ich nach langem Überlegen diese Luftentfeuchter testen. Ich kaufte mir so eine Box und zwei Nachfüllbeutel mit Granulat.
Das Granulat zog sehr schnell Wasser an und war nach etwa 2 Monaten komplett aufgelöst. 1 kg Salz-Granulat werden etwa zu 4 ltr Wasser. Ich stellte die Box ins Schlafzimmer an die Stelle, wo die Wand häufig anfängt zu schimmeln.
Mein erster Eindruck: Die Luftfeuchtigkeit wird nur minimal reduziert, aber die Wandstelle, an welcher die Box steht, wird nicht mehr so stark von Schimmel befallen. Es hat also eine kleine Wirkung.
Die Nachfüllpacks für die Luftentfeuchter sind mir jedoch viel zu teuer und ich ging auf die Suche nach billigen Alternativen, zumal ich diesen Luftentfeuchter auch noch im Wohnzimmer und Wintergarten aufstellen wollte. Ich brauchte also etwa 4-5 Stück.
Mein Mann fand heraus, dass es sich in dem Granulat nur um reines oder teilweise vermischtes Calciumchlorid handelt. Dieses Salz wird u.a. auch bei Propangasheizungen verwendet, um die dort entstehende Feuchtigkeit aufzufangen.
Nach einer Recherche fand ich 10 kg Calciumchlorid für 21,-Euro, d.h. für 2,10 Euro das Kilo. Bei 30 kg für 45,- Euro würde der Kilopreis sogar nur noch 1,50 Euro betragen. Die richtigen Nachfüllpacks für die Luftentfeuchter kosten im Handel etwa 4 bis 5 Euro.
Nun benötigte ich nur noch drei neue Behälter und ich ging zum Pfennigpfeifer um die Ecke. Dort schaute ich mich in der Küchenabteilung um.
Dann kam mir die Idee: Als Auffangbehälter nehme ich einen kleinen Eimer und als Behältnis für das Salz ein Küchensieb. Beides aus Plastik in der selben Farbe und der Preis für alle 3 “Auffangbehälter” waren unschlagbare 3,- Euro.
Wer bereits mehrere Luftentfeuchterboxen besitzt kann natürlich auch Nachfüllbeutel selbst herstellen. Dazu werden große Teefilter benötigt, das o.g. Calciumchlorid und einen Heftgerät (auch als Takker bekannt).
Die Teefilter werden nun zu 3/4 mit dem Salz gefüllt, danach die Öffnung einmal gefaltet und mit mehreren Heftklammern gut verschlossen. In die üblichen Boxen passen etwa 1-2 Beutel. Preiswerter geht es fast nicht mehr.
Ich versuche nun schon seit einem viertel Jahr meine Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen zu reduzieren. Wirklich einschneidende Erfolge hatte ich jedoch nicht. Das Salzgranulat wirkt nur leicht unterstützend, aber behebt nicht die Ursache der zu hohen Luftfeuchtigkeit.
Zusätzlich zu dem Salz habe ich auch eine bessere Lüftungstechnik entwickelt, d.h. ich lüfte nun mehrmals täglich mit Durchzug (soweit das Wetter es zulässt).
Auch feuchte Schränke kann man sehr schön mit dem Calciumchlorid entfeuchten, indem eine Schüssel mit dem Salz in den jeweiligen Schrank gestellt wird. Natürlich muss das angesammelte Wasser regelmäßig ausgeschüttet werden, aber es hält das Schrankklima wesentlich trockener.
Fazit: Gegen einen elektrischen Raumentfeuchter kommt das Salz-Granulat keinesfalls an.
Dieser Beitrag wurde am Montag, 29. März 2010 um 18:17 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Alltägliche Dinge abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.
1. – Alexandra
Kommentar vom 02. Oktober 2010 um 10:41
Hallo,
wo haben Sie denn das Granulat Calciumchlorid für 21€ gekauft? Bitte um Antwort. Vielen Dank.
Gruß
Alexandra
2. – Kathi
Kommentar vom 18. Oktober 2010 um 16:58
Ich habe auch eine zeitlang mit Salz gearbeitet, um die Luftfeuchtigkeit zu minimieren. Auf Dauer hatte ich dann aber das Gefühl, dass es 1. aufwendiger ist, als ein elektrischer Luftentfeuchter und 2. nicht den gewünschten Erfolg bringt.
Mein Badezimmer hat kein Fenster und liegt dicht am Schlafzimmer – im Schlafzimmer muss ich im Winter leider meine Wäsche trocknen. Für diesen Winter habe ich nun doch die Investition riskiert und bin auf ein elektrisches Gerät umgestiegen (http://www.fieberitz.de/luftentfeuchter-fuer-haus-bau/produktansicht/133_Luftentfeuchter_WDH_101/) und bisher mehr als zufrieden!
Gegen Schimmel hilft ein Luftentfeuchter übrigens nicht – er beugt ihm natürlich vor. Aber wenn schon Schimmel da ist, sollte dieser professionell entfernt ist.
Mein Fazit: Wer das Gefühl hat in den Räumen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit zu haben, sollte es erst mit Salz versuchen – wenn das aber nicht ausreicht, ist ein elektrischer Luftentfeuchter mehr als sinnvoll!
Tolles Blog übrigens! Ist jetzt in meinen Lesezeichen!
3. – Bernd Skamper
Kommentar vom 26. Oktober 2011 um 13:15
Vielen Dank für so viele gute Tipps ! Die helfen mir, die Feuchtigkeit, die sich im Winter in meinem dann unbewohnten und unbeheizten Wochenendhaus in der Eifel bildet, zu reduzieren.
4. – Nico
Kommentar vom 17. November 2011 um 16:33
Du brauchst keine Raumentfeuchter. Wie du selbst andeutest: es kommt auf das richtige Lüften an!
Mehrmals täglich Durchzug, Möbel mit ein paar cm Abstand zur Wand – und schon sollte es keine Probleme mehr geben.
Die Calciumchlorid-Luftentfeuchter müssen zudem über das Abwasser entsorgt werden, was zwar nicht direkt umweltgefährdend ist, aber es stellt doch eine Belastung für die Gewässer dar, da das Calciumchlorid in der Kläranlage nicht rausgefiltert werden kann und so die Flüsse salziger macht.
5. – Wolfgang
Kommentar vom 06. Januar 2012 um 13:12
Ich hab seit ca. einem Jahr die Luftentfeuchter im Einsatz und bin höchst zufrieden. Der Schimmel ist nicht mehr aufgetreten und die rel. Luftfeuchtigkeit hat sich bei ca. 48% eingependelt. Allerdings habe ich in meinem Schlafzimmer zwei Luftentfeuchter stehen.
Vielleicht gibt es bei den Granulats unterschiedliche Qualitäten, keine Ahnung. Wenn man das Granulat in 30kg Gebinden kauft, kommt man auch einen Preis von ca. 1,60€.
6. – Maja
Kommentar vom 07. Januar 2012 um 15:00
Hallo Wolfgang,
schön, dass du andere Erfahrungen gemacht hast. In unserer alten Wohnung ging es einfach nicht. Wir hatten um die 90% Luftfeuchtigkeit und die auf 40-50% zu regulieren bedarf es Unmengen von Salz.
Liebe Grüße,
Maja
7. – Elke Strahmann
Kommentar vom 06. März 2012 um 09:43
Liebe Maja,
ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit dem Caliumchlorid zum Entfeuchten meines Kellers gemacht und möchte auch in Zukunft nicht mehr darauf verzichten. Sind Sie bitte so nett und verraten mir, wi ich das Granulat nachbestellen kann und evtl. auch die praktischen Eimer mit Sieb?
Für eine Antwort per E-Mail wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Ihre Elke Strahmann
8. – Maja
Kommentar vom 06. März 2012 um 16:34
Hallo,
das Granulat habe ich bei eBay gekauft und den Eimer mit Sieb beim “Pfennigpfeifer” beim Küchensortiment.
Liebe Grüße,
Maja
9. – Sonia
Kommentar vom 25. April 2012 um 17:31
Hallo. Für alle die keine Lust und Zeit zum Selberbasteln haben…..Im toom-Baumarkt bin ich neulich auf AirXtreme, Granulat-Luftentfeuchter mit batteriebetriebenen Innenventilator, wegen seines ansprechenden Designs aufmerksam geworden. Dieses Gerät hat neben seiner sehr guten Absorptionsleistung auch einen 360º Kipp- und Auslaufschutz. Absolut effizient und empfehlenswert.