Top-Bar-Hive Bienenbeute kurz vorgestellt

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Voriges Wochenende war ich zu Besuch bei unserem Imkerkollegen Hartmut, der seit zwei Wochen neben seinen normalen Magazinbeuten auch eine Top-Bar-Hive in Gebrauch hat. Trotz der kurzen Zeit war er schon sehr begeistert von dieser Bienenbeute, weshalb ich seine Erfahrungen und Eindrücke sowie die Beute selbst kurz vorstellen möchte.

Magazinbeuten
Klassische Magazinbeuten
Top-Bar-Hive Bienenbeute
Top-Bar-Hive Bienenbeute

Die Top-Bar-Hive Bienenbeute

Die Top-Bar-Hive ist eine relativ neue Art der Bienenbeute und wurde ursprünglich für die Bienenhaltung in Afrika entwickelt. Die Beute ist recht simpel aufgebaut, es gibt ein genau einzuhaltendes Maß sowie einen passenden Bauplan.

Top-Bar-Hive Bienenbeute
Top-Bar-Hive Bienenbeute
Blick in die Top-Bar-Hive
Blick in die Top-Bar-Hive

Die Bienen bauen ihr Wabenwerk trapezförmig an lose aufliegende Oberträger, welche vom Imker mit einem Wachsstreifen versehen wurden. Zudem ist es möglich in die Beute ein Schaufenster einzubauen, was dem Imker einen schnellen Überblick über das Bienenvolk gibt, ohne die Ruhe der Bienen zu stören.

Top-Bar-Hive Schaufenster
Top-Bar-Hive Schaufenster
Top-Bar-Hive Schaufenster
Top-Bar-Hive Schaufenster

Die Vorteile der Top-Bar-Hive

Die Frage nach den Vorteilen dieser Bienenbeute musste ich natürlich stellen und bekam prompt die Antwort „Man hat deutlich weniger Arbeit“. Der ganze Arbeitsaufwand wie Rähmchen vorbereiten, Draht spannen, Mittelwände einlöten, etc. fällt komplett weg. Man muss nur die Oberträgerleisten mit einem Anfangsstreifen versehen und somit für die Bienen vorbereiten. Auch das Anheben der schweren Honigräume oder der schweren Brutwaben fällt weg. Die Waben der Top-Bar-Hive sind deutlich kleiner und leichter.

Top-Bar-Hive Oberträger
Top-Bar-Hive Oberträger

Außerdem erwähnte Hartmut noch, dass bei dieser Beute keine sperrigen Dinge wie Futterzargen, Böden, Deckel, Honigräume und Rähmchen gelagert werden müssen. Man glaubt nicht, wie viel Zubehör bei Magazinbeuten den Winter über im Schuppen oder Keller rumsteht. Kennen wir zu gut. 😉

Aktuell wird in der Imkerszene gepanschtes Bienenwachs in Mittelwänden diskutiert. Bei der Top-Bar-Hive umgeht man das Problem, weil die Bienen ihre Waben komplett selbst bauen und somit keine eingekauften Mittelwände benötigt werden.

Nachteile der Top-Bar-Hive

Wer vorher Magazinbeuten hatte und kennt, dass Honigwaben bequem geschleudert werden können, wird die Honigernte in der Top-Bar-Hive eventuell als negativ empfinden. Aufgrund der fehlenden Rähmchen ist hier natürlich kein übliches Schleudern möglich. Die Waben müssen gepresst oder als Scheibenhonig verkauft werden.

Wabe aus der Top-Bar-Hive
Wabe aus der Top-Bar-Hive

Werden den Bienen die Honigwaben zur Ernte entnommen, müssen sie neues Wabenwerk bauen. Das kostet Zeit und geht auf Kosten des Honigertrags.

Andere im Internet erwähnte Nachteile sind u.a. der Anbau der Waben an den Beutenrand sowie allgemeiner Verbau von Waben. Auch das Thema Wabenbruch beim Herausheben ist wohl nicht zu unterschätzen.

Fazit zur Oberträgerbeute

Hartmut beschrieb das Fazit so wunderschön: „Mein Ziel ist es die Bienen nur noch ‚für’s Herze‘ zu haben, sich am bauen, summen und an der Entwicklung der Bienen freuen und den Alltag dabei vergessen.“ Und ich glaube auch, genau für diesen Zweck ist die Top-Bar-Hive gedacht. Wer mit ernsten Absichten imkern möchte, wird auf kurz oder lang auf Magazinbeuten zurückgreifen und in den meisten Fällen auch beibehalten.

Top-Bar-Hive Flugloch
Top-Bar-Hive Flugloch
Top-Bar-Hive Flugloch
Top-Bar-Hive Flugloch

Auch die LWG Bayern betont, dass die Top-Bar-Hive nicht die klassischen Magazinbeuten ersetzen soll. Diese Beute dient eher dazu eine Alternative für Hobbyimker zu sein und neue Menschen zur Bienenhaltung zu motivieren. Es werden keine größeren Spezialkenntnisse benötigt, die Kosten sind relativ gering, wenn man etwas handwerkliches Geschick mitbringt, und auch der technische Aufwand ist hält sich in Grenzen.

Nützliche Links

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Dieser Beitrag wurde am Montag, 29. Mai 2017 um 06:41 Uhr veröffentlicht.

5 Kommentare

  1. 1. – Fjonka

    Kommentar vom 29. Mai 2017 um 10:04

    Ein schöner Bericht! Ich hätte aus eigener Erfahrung noch 2 Ergänzungen zum LWG-Bauplan:
    Wir haben im 3. Jahr unsere TBH (nach LWG-Bauplänen gebaut) unten gekürzt – danach war es besser, wir hatten nicht mehr so oft Wabenabrisse. Außerdem ist unbedingt zu empfehlen, einen offenen Gitterboden einzubauen, weil es sonst mit der Varroabehandlung schwierig wird. Wir haben da eh etwas tüfteln müssen, damit das gut klappte …. https://fjonka.wordpress.com/2012/09/04/gib-ihnen-saures/

  2. 2. – Maja

    Kommentar vom 29. Mai 2017 um 19:58

    Hallo Fjonka,
    vielen Dank für Deine hilfreichen Ergänzungen. 🙂
    Sonnige Grüße aus Waldheim,
    Maja

  3. 3. – Stardy

    Kommentar vom 31. Mai 2017 um 18:49

    Interessanter Bericht!
    Aber wie trennt man bei dieser Art Beute die Brut und die Futterwaben? Wie kann verhindert werden, dass Brut mit in den Honig gelangt? Scheint mir etwas… hmm… keine Ahnung…. ungenau(?) zu sein?
    Wäre dankbar für Infos hierzu 🙂
    Liebe Grüße

  4. 4. – Olli

    Kommentar vom 31. Mai 2017 um 19:51

    Also man sieht ziemlich gut was Deckel auf Futter und Deckel auf Brut sind. Dann lässt du einfach die Waben, wo die Deckel auf der Brut sind im Volk. Wenn du dich darauf beziehst, dass man nur unbebrütete Waben für die Honigernte nimmt dann hast du Recht, das ist vermutlich schwer zu unterscheiden – je nach Betriebsweise. Das kommt aber auf den Anspruch an. Schon bebrütete Waben halten manche Imker für nicht so toll – andere wiederum interessiert das überhaupt nicht ob der Honig aus bebrüteten Waben stammt. Der Honig hinten raus wird bei einer Blindverkostung vermutlich nicht unterscheidbar sein. Mir wäre es völlig egal wo der Honig her kommt.
    Zumindest kommt Brut bei keinem in den Honig außer man kann keine Brutverdeckelung von Futterverdeckelung unterscheiden – was aber pillepalle ist.

  5. 5. – Fjonka

    Kommentar vom 20. Juni 2017 um 19:06

    Wir haben die Erfahrung gemacht, daß die Bienen immer genügend reine Futterwaben vorhalten, um uns die Möglichkeit zu geben, Honig zu ernten. Vorteil für uns: wir haben meist nur 1-2 Waben gleichzeitig geerntet und hatten dann sehr viel abwechslungsreicher en, unterschiedlicher schmeckenden Honig als beim ernten einer ganzen Zarge.

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