Biogärtnerei Auenhof Lützschera – Bericht vom Hoffest 2017

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Aus der Zeitung erfuhren wir, dass die Biogärtnerei „Auenhof“ in Lützschera ein Hoffest veranstaltete. Da wir ohnehin schon immer mal sehen wollten wie es die Profis machen, entschlossen wir uns, da mal vorbeizuschauen. Prinzipiell ist es ohnehin gut, ein Auge auf den kommerziellen Gemüseanbau (egal, ob Bio oder konventionell) zu werfen, denn diese Menschen müssen damit Geld verdienen und neigen dazu, effektiv zu arbeiten und eher sinnlose Arbeitsschritte und Maßnahmen zu eliminieren.

Freilandbeete Biogärtnerei Auenhof
Freilandbeete Biogärtnerei Auenhof

Rundgang durch die Gewächshäuser

Am Samstag den 12.08.2017 war es dann soweit. Mit etwas Verspätung trafen wir ein. Von weitem waren schon die großen Gewächshäuser zu sehen. Wir haben uns kurz orientiert: Es waren ein Bierzelt mit Grill aufgebaut, zudem hatte ein Imker seinen Stand und ein anderer Stand verkaufte Handgemachtes. Der Hof selbst betrieb die Gemüseverkaufsstelle.

Gewächshäuser Biogärtnerei Auenhof
Gewächshäuser Biogärtnerei Auenhof

Nachdem wir alles oberflächlich überblickt haben, ging es direkt zu den Gewächshäusern. Das fing gleich gut an mit Basilikum und Pfefferminze sowie Tomaten und Zucchinis. Weiter ging es mit Rosmarin, Stangenbohnen und Paprika. Wenig später hatten wir auch die geführte Gruppe erreicht. Ich hatte zugegebenermaßen nicht erwartet, dass so detailliert Einblick in die Arbeitsweise gegeben wurde.

Tomaten Biogärtnerei Auenhof
Tomaten Biogärtnerei Auenhof
Tomaten Biogärtnerei Auenhof
Tomaten Biogärtnerei Auenhof
Tomaten Biogärtnerei Auenhof
Tomaten Biogärtnerei Auenhof
Paprika Biogärtnerei Auenhof
Paprika Biogärtnerei Auenhof
Gewächshäuser Biogärtnerei Auenhof
Gewächshäuser Biogärtnerei Auenhof

Die langjährige Mitarbeiterin, Frau Ronneberger, hat die Interessenten durch die Gewächshäuser geführt, ist auf die einzelnen Methoden der Kultivierung der Gemüsesorten eingegangen und hat geduldig jede Frage beantwortet. Die Fragen der Besucher waren vielschichtig, da der Anbau des Gemüses schon von dem abweicht, was man sonst so kennt. Es werden keine künstlichen Dünger eingesetzt (ist ja ein Biobetrieb) und eben auch keine Bio-Dünger. Der Betrieb arbeitet, wie später in einem Vortrag von Herrn Oliver Leipacher ausgeführt, sehr viel mit Silage von Mulch. Man denkt unweigerlich „Wie klappt das nur?“- Interessanterweise scheint das Ganze recht gut zu funktionieren. Die Pflanzen zeigten sehr viele Fruchtansätze und machen einen kräftigen, vitalen Eindruck. Zudem sehen die Böden sehr ansprechend aus.

Spitzpaprika Biogärtnerei Auenhof
Spitzpaprika Biogärtnerei Auenhof
Raucke Biogärtnerei Auenhof
Raucke Biogärtnerei Auenhof
Basilikum Biogärtnerei Auenhof
Basilikum Biogärtnerei Auenhof
Bohnen Biogärtnerei Auenhof
Bohnen Biogärtnerei Auenhof
Rosmarin Biogärtnerei Auenhof
Rosmarin Biogärtnerei Auenhof
Bohnen Biogärtnerei Auenhof
Bohnen Biogärtnerei Auenhof
Schnittlauch Biogärtnerei Auenhof
Schnittlauch Biogärtnerei Auenhof
Melone Biogärtnerei Auenhof
Melone Biogärtnerei Auenhof

Im Nachgang hatten wir uns Frau Ronneberger in einer stillen Minute noch mal „geschnappt“ und sie auch ein wenig über den Betrieb, das Saatgut und die Wirtschaftlichkeit gefragt. Uns blieb der Eindruck, dass das Konzept, so es denn noch ein paar Jahre optimiert wurde, höchst effektiv mit Betriebsmitteln umgeht. So müssen z.B. keine zusätzlichen Dünger gekauft werden, welche nur zum Teil in der Pflanze landen und ggfs. später wohl möglich mal die Algenblüte in Gewässern fördern. 😉 Es muss der Boden weniger stark bearbeitet werden. Schädlinge werden mehr oder weniger toleriert oder es werden vorbeugende Maßnahmen mit Schutznetzen unternommen. Es wird viel dem Boden überlassen und Beivegetation ist oftmals auch nicht all zu unerwünscht.

Der Boden

Ich habe zugegebenermaßen das Konzept mit dem Mulchen und Dämmen nicht ganz verstanden. Zumindest wird wohl das vorhandene Pflanzenmaterial gemulcht und entweder direkt wieder ausgebracht oder zu Silage mehr oder weniger vergoren und dann ausgebracht. Somit werden die Pflanzenreste mikrobiologisch zersetzt und die Grundnährstoffe werden für die Pflanzen verwertbar. Zudem erfolgt keine große Ausspülung der Nährstoffe und die Wasserspeicherung ist deutlich erhöht.

Das Konzept ist für jemanden wie mich, der den Dünger ebenso wie die vollständige Verwertung von Pflanzenresten im Kompost liebt, höchst interessant. Zugegebenermaßen kann ich mir nicht vorstellen, wie wir in unserem kleinen Garten das adaptieren können, aber vielleicht müssen wir das gar nicht, weil es für unsere Umstände nicht passend ist.

Zucchini Biogärtnerei Auenhof
Zucchini Biogärtnerei Auenhof
Zucchini Biogärtnerei Auenhof
Zucchini Biogärtnerei Auenhof

Es wurde neben Herrn Leipacher seinen Vortrag zum Thema „Boden“ ein Vortrag zum Thema EM (effektive Mikroorganismen) gehalten, den wir aber nicht besuchten, weil wir von der Geschichte eher nichts halten. Hier bin ich allerdings trotzdem gespannt, ob EM tatsächlich messbare Vorteile bringen wird, welche auch eine betriebswirtschaftliche Prüfung überstehen und den gewerblichen Gartenbau mehr Umsatz bescheren. Nächstes Jahr werden wir sicherlich auch das Hoffest besuchen und sind gespannt auf die Erfahrungen von Herrn Leipacher.

Setzlinge und Jungpflanzenanzucht

Die Jungpflanzenanzucht wurde uns von Frau Ronneberger auch noch erläutert. Das funktioniert höchst effektiv mit einer Maschine, die kleine Anzuchteinheiten aus spezieller Anzuchterde presst. Dann gibt es eine Vorrichtung, die diese Anzuchteinheiten sehr zeitsparend mit Samen bestückt. Das zu sehen war mal eine Augenweide.

Radieschen Biogärtnerei Auenhof
Radieschen Biogärtnerei Auenhof

Was gab’s sonst noch?

Die Verpflegung war natürlich alles Bio. Es gab einen Grillstand und der hatte zu unserer Freude auch Gemüsespieße (da freut sich ein Vegetarier immer sehr 😉 ). Wir haben diese natürlich auch probiert. Positiv überraschend waren die Auberginen: Man kennt sie sonst eher als labbrige und nach nichts schmeckende Dinger. In dem Fall war es anders – das Gemüse hatte Biss. Also haben wir uns gleich noch zwei Auberginen mitgenommen.

Gewächshäuser Biogärtnerei Auenhof
Gewächshäuser Biogärtnerei Auenhof

Fazit

Uns hat die ganze Führung gefallen. Das liegt einmal an der Offenheit, mit der über Erfolge und Misserfolge berichtet wurde. Auch über wirtschaftliche Faktoren und Herausforderungen, denen so ein Biogemüsebetrieb in Sachsen begegnet, wurde berichtet. Zudem fanden wir gut, dass keine ideologische Keule gegen einmal die „Konventionellen“ geschwungen wurde, auch wurde ideologisch nicht das eigene Konzept in den Himmel gelobt. Es war auch, abgesehen von gewissen Erwähnungen eines Buchautors, kein esoterischer Anstrich in dem Betrieb auszumachen.

Wir wünschen der Firma Bioanbau Auenhof viel Erfolg weiterhin. Sicher sehen wir uns wieder.

Fragen und Kommentare sind immer erwünscht.

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Dieser Beitrag wurde am Samstag, 19. August 2017 um 07:34 Uhr veröffentlicht.

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